Alf hat ein neues Hobby: Longieren

Seit Mai hat Volker mit Alf in unserer Hundeschule einen Longierkurs gebucht.

 

Fazit: Hund und Herrchen sind mit Feuereifer bei der Sache ;-)


Wer sich darunter nichts vorstellen kann, hier eine kurze Info:


Durch das Longieren wird der Hund geistig und körperlich ausgelastet. Es fördert den Bindungsaufbau und die Kontrolle auf Distanz. Die Bindung an den Hundeführer wird durch Blickkontakt und Körpersprache aufgebaut und gefestigt.


Schon in den 60er Jahren wurde das Longieren mit Polizeihunden in Skandinavien geübt um die Ausdauer und Konzentration zu fördern.


Wer meint, dass das Ganze irgendwann mal langweilig wird, täuscht sich. Nachdem der Hund das freie Longieren (ohne Schleppleine) gelernt hat, gibt es viele Möglichkeiten das Training zu verändern. Man kann Tunnel und Hürden einbauen, mit zwei Hunden gleichzeitig longieren oder an zwei Kreisen arbeiten.


Alf ist im Anfängerkurs und hat schon ne Menge gelernt :-). Er hat den Tabubereich akzeptiert, kann den fliegenden Richtungswechsel, Sitz und Platz, Tempowechsel sind auch kein Problem mehr (obwohl er am liebsten galoppiert *grins*). Das Beste ist natürlich das wir seit neuestem die Longe weglassen können (freies Longieren). Er läuft zuverlässig auf Distanz außen um den Kreis, stoppt auf Signal sofort und macht Richtungswechsel alleine durch die Körpersprache. Genau wie beim Longieren von Pferden benutzt man die Kommandos „Scheritt“ fürs Gehen also Schritt, „Terab“ fürs Traben und „Galopp“. Das Kommando damit der Hund aus dem Sitz im Kreis läuft ist „go“.


Natürlich reicht es nicht einmal in der Woche auf den Hundeplatz zu gehen. Man muss auch schon die Möglichkeit haben zu Hause oder auf irgendeiner Wiese zu üben. Durch das Üben zu Hause ist Alfi natürlich mal wieder der Streber der ganzen Gruppe ;-).

Man braucht nicht viel dazu: rot-weißes Absperrband, Zeltheringe und für den Anfang eine Schleppleine. Bis auf die Schleppleine bekommt man alles im Baumarkt für wenig Geld. Das Ganze passt locker in eine kleine Tasche und man kann es nahezu überall ausführen – sofern die Bedingungen gegeben sind. Der Kreis bei uns zu Hause ist natürlich wesentlich kleiner als in der Hundeschule, dort ist der Durchmesser so ungefähr 30 m, bei uns zu Hause nur so ca. 7 m. Aber das macht nichts – egal ob großer oder kleiner Kreis, wenn der Hund verstanden hat, dass er den Innenkreis nicht betreten darf, geht es von ganz alleine..


Die ganze Sache macht riesigen Spaß – nicht für den Hund sondern auch für Herrchen oder Frauchen. Wer die Möglichkeit hat, an einem Kurs teilzunehmen, sollte dies ruhig mal wagen. Man kann es sich natürlich auch selber beibringen, aber mit Hilfe eines kompetenten Trainers ist es doch wesentlich einfacher.


Hier ein paar Einblicke in das Training von Alf vom Anfang bis jetzt

 

Die erste Stunde: Der Trainer erklärt die Grundstellung. Grundstellung beim Longieren ist immer Sitz außerhalb des Kreises.

Körper- und Armbewegung zeigen dem Hund in welche Richtung er laufen soll, zusätzlich erfolgt das Hörzeichen "Go".

Na dann muss Herrchen auch mal zeigen was er kann. Klappt doch schon ganz gut ;)

Hier versucht Alf IN den Kreis zu kommen. Mit Körpersprache wird dem Hund vermittelt, dass dieser Bereich tabu ist.

Belohnt wird immer außerhalb des Kreises. Bei Leckerchen muss der Hundeführer den Kreis verlassen und dort belohnen. Später reicht es aus, aus dem Kreis einen Ball zu werfen.

Die fünfte Stunde: Alf läuft zuverlässig an der Longe und Volker ist mitten im Kreis.

Körper- und Handbewegung zeigen die Richtung an.

Außerhalb der Tabuzone erfolgt wie immer die Belohnung.

Pause muss auch mal sein. Das Ganze ist nämlich ziemlich anstrengend :-)

Ohjeee Alf ........keinen Bock mehr????

Na ............geht doch noch ;-)

Unter "Videos" wird demnächst ein Video vom Longieren mit Alf eingesetzt. Dann auch OHNE Schleppleine ;-)

Buchempfehlung: „Hunde longieren – am großen Kreis zu hohen Bindung“ von Dagmar Cutka

erschienen im Cadmos Verlag